Die Farben


Foto: Sandro Siebke
von Ingrid Frank

Inge-Rose Lippok
„Jeder, der sieht und malt, der setzt in die Farben eine höchstpersönliche Symbolik hinein. Ich habe mich intuitiv verhalten. Rot, das war für mich ganz eindeutig die Geschichte des Feuers, was mir aber am Anfang nicht klar war. Erst als ich daran gearbeitet habe, merkte ich, dass ich gar keine anderen Farben hätte nehmen können. Irgendwo musste das Rot als Symbol des Feuers sein. Aber es löst sich auf. Und das dunkle Rot, von der Grundlinie an, hier von der Brüstung, wird immer heller, wenn es nach oben geht, d.h. es bekommt etwas Schwebendes, Fliegendes. Und das dunkle Rot setzt sich fest. Es war mir einfach klar, dass es so ist.“


„Der Altarraum hat eine andere Farbe, der geht von dem luftigen Blauen aus, und das ist die Farbe des Raumes, des Universums, und ich wollte schon mehr diese Farbe als Hoffnung. Es schwebt irgendetwas nach oben, es löst sich auf, es wird durchsichtig, es wird unendlich und ist nicht greifbar. Das alles ist ja die Farbe Blau. Vom Blau zum ganz Hellen, wenn die Sonne drauf scheint im oberen Bereich, ist es ja fast weiß.“

Tatjana Prelevic (Komponistin)
„Farben sind Verbindungen mit der Tradition, vor allem aber abstrahiertes Licht, abstrahierte Natur, auch eine Verbindung von Natur und Kircheninnerem. Da sind die Farben natürlich sehr wichtig, genauso wie die Form. Die Farben assoziiere ich nicht mit etwas Besonderem – ich empfinde sie eher. Inge-Rose Lippok sagt, wenn sie meine Musik hört, empfindet sie sie. So empfinde ich ihre Plastiken, ihre Farben. Die gehen so tief, dass man das nicht mit dem Verstand verbinden kann. Wenn ein Kunstwerk mich so anspricht, dann habe ich kein Bedürfnis, das tief zu analysieren.“

Foto: Sandro Siebke
Jan Hellwig (Musiker)
„Ich habe das Gefühl, wenn ich in diese Richtung schaue, habe ich als Hintergrund mehr das Blau des Himmels; wenn ich in diese Richtung schaue, Himmel und Bäume, also braun, grüne Blätter und das Blau des Himmels und das Rot der Dächer. Es ist eine Art Widerhall des Hintergrundes, wie durch eine Fettblende. Auch bei dem Blau, dem blauen Hintergrund, der den Himmel als Hintergrund hat. Das Rot? Vielleicht deutet das auf den Feuerschein der Zerstörung hin. Für mich ist es in diesem Kontext aber eher eine Art Rückergänzung. Wie Kristalle wächst das Gebäude wieder zurück in seine ursprüngliche Form.“